Liebe Teddyfreunde,

 

da die Teddys zu den langhaarigen Zwergkaninchen gehören, bedürfen Sie regelmäßiger Pflege. Je nach Fellqualität regelmäßig 1-2 x in der Woche, Dauer ca. 10 Minuten, für ein Hund oder eine Katze braucht man da weitaus mehr Zeit. Kinder können der Pflege meistens nicht alleine nachkommen, die Eltern müssen in diesen Fall mit unterstützend eingreifen oder teilweise sogar selbst bereit sein die Pflege ganz zu übernehmen. Da mich immer wieder Hilferufe erreichen hab ich mich nun dazu entschlossen die Rubrik Frisierstube zu eröffnen. Hier möchte ich euch Schritt für Schritt erklären was bei der richtigen Pflege zu beachten ist.

 

1. Welche Pflegeutensilien brauche ich?

 

Ich empfehle für die Vorpflege eine normale Zupfbürste oder alternativ eine Drahtbürste ohne Noppen. Dazu einen grobzinkigen Kamm, möglichst mit rotierenden Zinken und einen großen Hundefflohkamm. Desweiteren braucht man eine Schere mit abgerundeten Enden sowie eine Krallenschere. 

 

 

2: Wo frisiere ich?

 

Es empfiehlt sich für sich selbst einen bequemen Sitzplatz zu wählen. Vorzugsweise an einen richtigen Tisch (eventl. Gartentisch etc), wo man den kleinen Plüschfreund bequem drauf setzen kann, wo er zum einen sicheren Halt hat und nicht so schnell herunter rutschen kann. Meine in Außenhaltung lebenden Plüschbomben frisiere ich immer im Gartenhaus oder im Sommer auch gerne bei leiser Musik (Sie mögen Musik) auf der Terrasse. Wer seine Zwerge in Innenhaltung hält und ihn nicht unbedingt auf den Küchentisch setzen möchte der kann z.B auch einen alten Wickeltisch nehmen oder sich ein altes Bügelbrett als Frisiertisch umfunktionieren. Beides kann nach Beendigung einfach zusammengeklappt und fortgestellt werden. Einige Besitzer ziehen es auch vor den Langohrigen Freund auf den Schoß zu setzen, ich selbst finde es auf Dauer allerdings doch für beide Teile recht unbequem. 

 

 

3: Wie bereite ich vor?

 

Alle Utensilien sind griffbereit zurecht zu legen. Dazu ein altes Handtuch oder eine Decke, eine kleine Tüte oder einen kleinen Eimer für das entsorgen des Felles und ein paar gesunde Leckerlis. Da meistens doch recht viele Haare fliegen, hab ich selbst immer einen alten Zahnarztkittel über meine Kleidung an, alternativ kann man natürlich auch eine alte Bluse/Hemd/Strickjacke etc. wählen. Liegt alles bereit, kann man seinen Langohrfreund aus seinen Revier abholen und auf die Decke oder das Handtuch direkt vor sich auf den Tisch setzen. Sprechen Sie zunächst ruhig mit den Popo, streicheln es sanft, tasten Sie es gründlich ab um es dabei auf kleine Verletzungen (eventl. harmloser Biss durch einen Artgenossen, einen Ratscher von einen Zweig etc) und auf Parasiten ( z.B Zecken bei Außenhaltung) zu testen.  Geben sie ihm dabei und während

der Durchgänge immer ein- bis zwei von den leckerlies.  

 

4:. Die richtige Pflege in 4 kurzen Durchgängen:

 

Im 1. Durchgang wird mit der Zupfbürste das Fell zunächst einmal gründlich vorgebürstet. Eventuell sich im Haarkleid befindliche Heu- und Strohhalme sind dabei vorsichtig zu entfernen.

Im zweitem Durchgang kommt der grobzinkige Kamm zum Einsatz. Nun wird von einen Ansatz zum anderen Ansatz gekämmt. Dabei arbeitet man sich vorzugsweise von unten nach oben durch. Scheitel für Scheitel Stößt man auf kleinere Knötchen oder gar Verfilzungen sind diese vorsichtig mit der abgerundeten Schere heraus zu schneiden.

Im 3. Durchgang kommt nun der Flohkamm zum wirken. Ihr werdet staunen, wieviel Fell an ihm nun hängen bleibt! Den 3. Durchgang mögen meine Bunnys am liebsten, nicht selten knirrschen sie dabei wohlwollend mit ihren Zähnen oder schlafen sogar genüsslich dabei ein. 

Im 4. und letzten Durchgang muss man seinen kleinen Freund auf die Rückenlage drehen.  Ich mache das nicht auf den Tisch, sondern drehe meinen kleinen Freund dazu in meine Armbeuge um. Einige drehen den Zwerg auch so um, dass der Kopf angelehnt an dem Rumpf des Halters gedrückt wird. Man muss schauen, in welcher Position sich der kleine Freund am wohlsten fühlt.. Nun wird sehr zügig die Brust&Bauchpartie mit den Flohkamm bearbeitet, ein vorbürsten ist hier nicht nötig. Auch hier sind eventl. auftretene Knötchen zu entfernen. Häufig tauchen sie im Geschlechst- und Afterbereich auf. Auf eventl. Verschmutzungen im After-, + Geschlechstbereich sowie in den Geschlechstecken ist besonders zu achten und ggf. zu säubern. In der Rückenlage hat unser Freund alle vier Pfötchen in die Luft gestreckt und zeigt uns dabei sehr gut seine Krallen. Diese sind hier in relmäßigen Abständen alle 4-6 Wochen kurz zu überprüfen und bei Bedarf einzukürzen. In Wohnungshaltung ist das leider oft notwendig, da Teppichböden, laminat etc nicht für genügend natürlichen Abrieb sorgen in artgerechter Außenhaltung kommt dies eher selten vor.  Hin und wieder sind auch bei Bedarf die Augen frei zu schneiden, einige Teddys neigen dazu dass die gesamten Augen vom Fell bedeckt sind.

 

Im ersten Moment ist es jede Menge Lektüre die man nun verarbeiten muss, in der Regel ist es aber um ein vielfaches einfacher als hier Wort um Wort aufgeführt wurde. Die neuen Plüschpopoeltern werden von uns selbstverständlich gut vorbereitet und bekommen an einen meiner Zwerge eine richtige Einweisung mit anschließenden Probebürsten.

 

Nach diesen 4 Durchgängen ist euer Popo immer super gepflegt!

Er wird es euch mit seiner Lebensfreude danken!

  

 

Sei bitte ehrlich zu dir selbst:

Die regelmäßige Pflege ist notwendig um groben Verfilzungen vorzubeugen. Grobe Verfilzungen die ihr in diesen Fall selbst verursacht, weil ihr dem wichtigen bürsten nicht nachkommt (das hat nichts mit der Fellqualität zu tun!) führen häufig zum Parasitenbefall, die weder euer Freund noch du selbst haben willst.  Euer Tier leidet und wird krank. Die Haut kann nicht mehr richtig atmen. Im schlimmsten Fall muss der Hase sogar qualvoll bis auf die Haut beim Tierarzt unter Vollnarkose runter geschoren werden! Nur wenn du bereit ist, wirklich der umfassenden Pflege ein Leben lang --- welches bis zu 10 Jahren andauern kann --- bereit bist nachzukommen, dann ist diese Rasse auch geeignet für dich. Sei ehrlich zu dir selbst, ob du bereit bist dem nachzukommen, dir und auch dem Tier zu Liebe....

DANKE 

   

Update:12.08.2017

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