Einleitung:

Liebe Kaninchenfreunde,

 

hier möchte ich euch die Gesichte von Hummel und Mücke erzählen. Diese Gesichte die nach einer wahren Begegebenheit beruht zeigt euch einmal die Schattenseite eines Züchters. Leider ist vielen immer noch nicht bewusst welche große Arbeit und auch Verantwortung hinter einer Zucht steckt, mag die Hobbyzucht auch noch so klein sein. Von dem finanziellen Aufwand ganz zu schweigen. Nur wer auf Masse züchtet kann seine Kosten gewinnbringend anlegen, kleine Hobbyzuchten bekommen meistens noch nicht einmal annähernd die Jahreskosten gedeckt, es ist ein sehr zeitaufwendiges und teures Hobby. Auch einiges an Fachwissen gehört dazu und die Bereitschaft immer neu dazu lernen. Fachwissen? Wozu soll das gut sein? Es reicht doch aus zwei Geschlechtsreife Kaninchen zusammen zu setzen und der Natur seinen freien Lauf zu lassen? Schön wär es! Viele Kaninchenbesitzer träumen davon, einmal selbst Kaninchenbabys in die Welt zu setzen, weil es ja so herrlich einfach ist. Leider spricht kaum einer über die Schattenseiten, so das der Laie gar nicht weiß, was da auf ihn zukommen kann, von den genetischen Erbfehlern ganz zu zweigen, die er eventuell unwissentlich an den so süßen Kaninchenbabys weiter gibt. Gerade weil darüber nicht gesprochen wird möchte ich heute von den beiden oben genannten Teddy-Damen mit einen weinenden und einen lachenden Auge erzählen:   

Die Geschichte:

Es war der 15 Oktober 2016 und wir hatten voller Sehnsucht auf den Klapperstorch gewartet der unserer bezaubernden Talia ein neues Bündel Teddykaninchenbabys bringen sollte. Wir hatten uns gerade aus diesen Wurf so vieles versprochen, denn beide Eltern waren ungemein Charakterstark und die Pausen-Clowns der gesamten Teddybande. Doch Talia lies sich Zeit und machte keine Anstalten das Nest zu bauen. Endlich.... ganz spät am Abend der geplanten Niederkunft fing Sie endlich an das Nestchen her zu richten. Nun kann es nicht mehr lange dauern, immerhin war Talia erfahren und wusste was auf Sie zukam:

Doch da irrte ich mich gewaltig. Ich richtete mein Nachtlager im Wohnzimmer ein, denn von nun an hieß es stündlich zum Teddyhaus rüber zu gehen. Es wurde eine sehr lange, schlaflose Nacht.  Um 04.:45 kam der ersehnte Klapperstorch mit den ersten neuen kleinen Plüschpopo für die Deichlöffel angeflogen ... und er kam zu unserer Freude sogar noch mal 5x wieder! Erst kurz vor 7 h in der Früh verließ er uns endgültig und trat seinen Rückflug an. Alle kleinen sechs neuen Plüschpopos der Deichlöffel lagen derweil in Ihren Fellbettchen und schliefen. Die von mir vorgenommene, erste Nestkontrolle war ohne Auffälligkeiten. Talia ging es zufriedenstellend gut, sie ließ sich heißhungrig das extra große Frühstück schmecken. Nun konnte auch ich endlich schlafen gehen.....

Die ersten 2 Tage verlief alles komplikationslos. Mama Talia sprang schon wieder fröhlich in der Gruppe umher, die Kleinen lagen schlummernd in ihren Fellbettchen. Ich nahm die Kleinen bei den Kontrollen nicht heraus, öffnete nur kurz das Nest um zu schauen ob alle sechs wohlauf waren um es danach sofort sorgfältig zu verschließen. Doch dann kam Tag 3 und dieser endete in einer Katastrophe! Gleich bei der ersten Nestkontrolle fand ich zwei tote Babys außerhalb des Nestes vor was mich sehr bekümmerte. Beide waren erfroren und entweder von Talia selbst aus dem Nest verbannt oder während des Säugevorganges heraus gezogen worden. Nach der ersten Untersuchung waren keinerlei Fehlbildungen erkennbar, was ein aussortieren der Häsin erklären könnte. Eine erneute Nestkontrolle zeigte an das alle anderen  4 Babys wohlauf waren. Es war nichts auffälliges erkennbar.  Dennoch beschlich mich ein ungutes Gefühl. Von innerer Unruhe getrieben schaute ich nochmals 2 Stunden später wiederholt nach den rechten. Wieder war alles in Ordnung, aber mein ungutes Bauchgefühl blieb. Normalerweise finden Nestkontrollen 1-2 täglich statt, vorwiegend abends und morgens. Es gibt sogar Züchter die nur unmittelbar nach der Geburt schauen und danach das Nest erst wieder Tage später anrühren. Da gehen die Meinungen sehr auseinander. Sicherlich spricht dafür einiges, dennoch liegt einmal ein totes Baby im Nest könnten sich die anderen an dem verstorbenen Baby vergiften und selbst versterben, daher ist für mich persönlich die tägliche Kontrolle ein absolutes "muss". Meine innere Unruhe blieb und als schließlich auch noch eine weitere Stunde die Hunde wie wild bellend anschlugen rannte ich abermals in das Teddyhaus.......  leider zu spät ..... denn zwei weitere Babys lagen außerhalb des Nestes ... auch sie waren verstorben. Ich war fassungslos. So einen Unglücksfall hatte ich bis dato noch nie erleben müssen, bisher war das Glück fast immer auf meiner Seite gewesen. Schweren Herzens ging ich an die Wurfbox ....die anderen zwei Babys lagen aufgedeckt da, das Nest war komplett zerstört und das Kleinste der ehemaligen sechs schrie erbarmungslos um sein Leben .....  oh je .... (deswegen hatten auch die Hunde angeschlagen) Ohne lange nachzudenken, schnappte ich mir die zwei Babys und verschloss den Stall mit den dort noch befindlichen verstorbenen Geschwisterchen und rannte mit den beiden ins warme Haus. Im Haus angekommen sah ich die zwei ungleichen Nackedeis vor mir, ein kleines Minininchen kaum größer als eine Mücke und dazu ein kleiner dicker Brummer wie ein dicke Hummel lagen vor mir. Die kleine Mücke hatte den Transport in das Haus kaum überlebt, sie hatte aufgehört zu schreien und war inzwischen leblos. Ich dachte schon es sei verloren, dennoch tat ich alles um die kleine Mücke zurück ins Leben zu holen, so schnell gab ich nicht auf! Bewaffnet mit zwei Wattestäbchen begann in ihren Körper warm zu massieren, ich versuchte damit ihren Kreislauf anzuregen.  Die Wattestäbchen benutzte ich damit ich nicht zuviel Druck auf den kleinen Körper ausübte. Während ich sie pausenlos massierte lag sie auf einen warmen Körnerkissen .... und tatsächich..... neuer Lebenswille hauchte in die Kleine ein, vor Freude rannen mir die Tränen über die Wangen. Nachdem die kleine Mücke einigermaßen stabilisiert war holte ich die Mama ins Haus. Wie sich herausstellte war Mücke viel zu schwach um selbst zu trinken. Also legte ich Talia in Rückenlage (was sie zum Glück kennt und somit stressfrei mitmacht) und legte Mücke direkt mit den Mäulchen an die Zitze, immer und immer wieder, bis die Kleine endlich das heißersehnte Schmatzgerräusch von sich gab. Keine Musik hätte schöner in meinen Ohren klingen können! Es waren zwar nur wenige Tropfen die sie trank wobei sie vor Erschöpfung einschlief....aber immerhin....der Anfang war gemacht. Die kleine Hummel wurde zwischenzeitlich auch angelegt und trank sofort munter darauf los. Nachdem die Kleinen versorgt waren, baute ich ihnen ein neues Nest mit der Wolle ihrer Mutter die ich vom letzten bürsten gesammelt hatte. Die sammel ich bei tragenden Häsinnen grundsätzlich um für den Notfall gerüstet zu sein. Nun war ich sehr dankbar darauf zurückgreifen zu können. Ich legte die Kleinen in ihr neues Nest zum schlafen samt dem Körnerkissen und die neue umfunktionierte Wurfbox wurde zusätzlich noch von einen Heizstrahler angewärmt. Bevor ich Talia zurück in das Teddyhaus brachte entfernte ich die toten verbliebenen Babys, entfernte die Wurfbox und desinfizierte den Stall. Talia wurde in den ersten 4 Tagen dreimal täglich zum säugen herein geholt . Im Alter von 7 Tagen bekamen die Lütten nur noch morgens und abends ihre Milch. Damit sich Talia nicht durch den Wechsel von Außen nach Innen erkältete haben wir das Haus kaum beheizt, wozu gab es warme Wollsocken und Strickjacken? Nach den 8 Tag waren die Kleinen endlich soweit selbständig zu trinken und das anlegen entfiel ganz...das war eine Freude! Die dicke Hummel wurde immer runder, die kleine Mücke jedoch war nur halb so groß wie ihre Schwester und hinkte ganz schön hinterher. Ihr Fellkleid bekam sie erst Tage später und auch die Augen öffneten sich später als gewöhnlich. Lange dachte ich, ich bekäme die Kleine nicht über den Berg, aber ihr unbändiger Lebenswillen setzte sich zu unserer größten Freude durch. Sie ist auch um einiges frecher als ihre große Schwester! Die Namenstaufe haben die zwei auch schon hinter sich. Aus Hummel wurde  die wunderschöne "Madonna" und aus Mücke Neve .... Neve heißt auf italienisch übersetzt Schnee. Dadurch das mir ihr Leben fast durch die Hände schmolz und dem sehr hohen Weißanteil in ihren Fell passt der Name super zu ihr. Mein Mann hat beide Namen eigenhändig ausgesucht. Die beiden Wo- Mädels bleiben bis zum kommenden Frühjahr im Haus, mein Mann hat schon vor Wochen ein entsprechendes Gehege gezimmert, wo die zwei munter umherflitzen. Sie hoppeln dazu täglich mehrere Stunden frech durch das ganze Haus und laufen mir wie kleine Hündchen hinterher. Unseren eigenen Hunden begegnen sie völlig unerschrocken und meine Yorkies ... schmunzel .... sind es gewöhnt über liegende Plüschpopos zu klettern. Die Kleinen sind nun am 4 Advent bereist 8 Wochen alt, und trotz vieler netter Anfragen für die wir uns herzlich bedanken,  nein die Kleinen bleiben bis zu ihren letzten Herzschlag bei uns.  

So genug geplaudert, nun kommen endlich die versprochen Bilder zu den einzelnen Entwiklungsphasen. Ich habe sie für euch in einer Slide-Show zusammen gefasst, wem das ganze zu schnell oder zu langsam geht, kann das ganze auch über die re. und li. Pfeiltasten bedienen ... und nun viel Spaß beim anschauen der kleinen Fellkugeln!

Update:12.08.2017

hasen-0060.gif von 123gif.de
Besucherzaehler